Ein Produktionsbetrieb hat in ein Predictive-Quality-System investiert. Die KI erkennt Qualitätsabweichungen, bevor sie zu Ausschuss werden. Auf dem Papier ein klarer ROI. In der Praxis: Chaos.
Das Problem ist nicht die KI
Das System funktioniert technisch. Es schlägt Alarm, bevor eine Charge die Toleranzen verlässt. Aber: Wer darf auf Basis des Alarms die Linie stoppen? Der Schichtleiter? Der Qualitätsmanager? Der Werksleiter? Die Antwort war: keiner. Oder alle. Je nach Tagesform und Anwesenheit.
Das Ergebnis: Das System lieferte Warnungen, auf die niemand systematisch reagierte. Nicht weil die Warnungen falsch waren — sondern weil die Entscheidungsrechte nicht definiert waren. Ein KI-System ohne Owner ist ein Dashboard, kein Werkzeug.
Entscheidungsrechte definieren
3turm hat für die Rolle des Produktionsleiters ein Decision Inventory erstellt. Die Predictive-Quality-Entscheidung war eine von zwölf. Für diese Entscheidung wurde definiert: Der Schichtleiter darf die Linie bei einem Score unter 70 eigenständig stoppen. Bei Scores zwischen 70 und 85 wird der Qualitätsmanager hinzugezogen. Über 85 läuft die Produktion weiter, aber der Vorfall wird geloggt.
Technologie ohne Entscheidungsarchitektur ist eine Investition ohne Wirkung.
Die Lehre
Predictive Quality funktioniert erst, wenn klar ist, wer auf Basis der Vorhersage was entscheiden darf. Das ist keine IT-Frage — das ist eine Führungsfrage. Und sie wird im Decision Inventory beantwortet.